Neulich war ich im Supermarkt einkaufen. Nudeln, Parmesan und Deko für meinen Cottage Garden. Das Übliche halt. Und da hab ich sie gesehen. Eine Mama, total gestresst, mit ihrem Kind. Das Kind war vielleicht zwei Jahre alt und hat das gemacht, was 2jährige halt so machen. Es lief von seiner Mama weg, versuchte Sachen aus den Regalen zu nehmen und bei der Kasse dann der Klassiker: das Kind will etwas (ich glaube ein Fruchtquetschie – die Dinger sind die neue Schokolade oder?) und fängt an zu weinen, raunzen, schreien und biegt sich im Arm der Mutter zu einem Kipferl durch. Sie kann es kaum mehr halten und mit der anderen Hand räumt sie weiter stoisch ihre Einkäufe aufs Band. Das Kind beginnt zu strampeln und kickt der Mama mit einem Beinchen in die Rippen. Autsch, das hat sicher weh getan.

Der Kassabereich füllte sich und die Schlange wurde länger. Die Mama machte weiter, das Kind auch. Es quietschte in hohen Tönen und die kleinen Ärmchen ruderten wie wild.

„Puh, die Arme,“ dachte ich mir und: „Ich kann mich noch gut erinnern, wie das bei mir war und wie ungut das Gefühl war, dass mich jetzt sicher alle anstarren und sich denken, ich hätte mein Kind nicht im Griff.“

Wie gut hätte es mir getan, wenn ich gewusst hätte, ich bin nicht allein. Da ist jemand der mich versteht.

Und dann war es ganz leicht.

 „Oh das kenn ich. Ich habe auch Kinder. Das ist manchmal eine Herausforderung. Sie machen das ganz toll. Ich helfe ihnen.“

Unsere Blicke trafen sich, wir lächelten uns zu und ich begann die Einkäufe der Mama aufs Band zu legen und sie konnte sich um ihr Kind kümmern. Es mit beiden Armen festhalten und beruhigen.

Ich sprach auch die Kassiererin darauf an und sie war selbst Mama und hatte vollstes Verständnis dafür, wie das Leben mit Kleinkindern ist. Auch die ältere Frau die in der Schlange hinter mir stand erzählte gleich von ihren Enkelkindern und auch ein Mann erzählte, dass er als Onkel von zwei Buben solche Situationen sehr gut kennen würde.

Wir lachten alle miteinander und es entstand eine gewisse Zusammengehörigkeit.

Die Mama war nicht mehr allein. Sie erfuhr Verständnis. Es gab keine Anklage und keine Wertung. Sie konnte sich entspannen und mit ihr ihr Kind.

Versteht mich nicht falsch: Der Wutanfall war nicht wie durch Zauberhand sofort vorbei. Aber er war leichter auszuhalten für die Mama.

Es geht uns Mamas und Papas in vielen Situationen gleich wie anderen Mamas und Papas. Wir stehen immer wieder vor ähnlichen Herausforderungen mit unseren Kindern. Kinder laufen nicht nebenbei mit und das müssen sie auch nicht. Das sollten wir sichtbar machen. Es ist in Ordnung, wenn es nicht perfekt ist, im Familienalltag. Kinder sind keine Maschinen und ihre Bezugspersonen auch nicht.

Natürlich reagieren nicht immer alle Menschen verständnisvoll. Vielleicht haben sie gerade selber einen anstrengenden Tag oder sie sind mit etwas anderem beschäftigt. Aber jede/r Einzelne kann etwas tun.

Sei du die Person, die Verständnis zeigt. Es kann einer Mama oder einem Papa wirklich weiterhelfen.

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Hallo, ich bin Julia, Expertin für achtsame Kommunikation in der Familie und einem bedürfnisorientierten Alltag voller Gelassenheit.

Als Mama von drei Kindern und mit der Erfahrung aus über 8 Jahren Elternbildungsarbeit liegen mir Familien mit Kindern und ihre Bedürfnisse besonders am Herzen. Kommunikation und die Macht der Sprache faszinieren mich und begleiten meinen beruflichen Alltag als Mediatorin. viele Mediationstechniken sind im Familienalltag besonders hilfreich und deswegen bin ich heute hier: ich will dich an meinem Wissen und meiner Erfahrung teil haben lassen.

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