…und das ist manchmal ziemlich anstrengend.

Mein Sohn ist drei Jahre alt. Er ist mein drittes Kind. Manche von euch wissen schon, dass die drei meine Lieblingszahl ist. Und wenn Kinder drei Jahre alt sind, ist das oft wirklich anstrengend – für sie selbst mindestens genauso wie für ihr Umfeld. Ja, ich finde das darf man ruhig laut aussprechen.
Gleichzeitig ist es so eine aufregende Zeit, in der die Kleinen so viel lernen und sich zu unglaublich selbstständigen Persönlichkeiten entwickeln.

Es ist die Zeit einer großen Autonomiephase (gerne auch Trotzphase genannt). Oft wird von kleinen Tyrannen, trotzigem Verhalten und Wutanfällen gesprochen.

Ich mag euch dazu etwas erzählen.

Mein Sohn ist gerade im absoluten und totalen Selbstständigkeitsmodus unterwegs. Oft gelingt es mir, diese Selbstständigkeit zuzulassen und zu begrüßen, oft gelingt es mir nicht.
Er will alles selber machen. Jacken anziehen, Reißverschlüsse schließen (oh boy, das kann dauern), Schuhe anziehen, Finger in Fingerhandschuhe sortieren (ehrlich – ich hätte nicht so eine Geduld und Ausdauer wie er), ein Brot schmieren, den Kindergartenrucksack packen und beim Spazieren gehen alle Wegstücke selber meistern.

So war es auch gestern. Wie gesagt er will wirklich alles selber machen und es war gestern dann schon recht mühsam. Die Laune war irgendwie angespannt. Ständig war jemand am motzen und nörgeln. Ich habe auch ein paar Mal geschimpft – ich gebs zu.

Mein Sohn wollte Kerzen anzünden und ausblasen, Spielsachen in großen Mengen herräumen und dann liegen lassen, eine Spielzeug Schildkröte im Waschbecken schwimmen lassen, selbst Tee kochen und 1000 Kekse essen (aber nur die Sterne mit der roten Glasur).
Irgendwann war es dann einfach zu viel und wir haben das schöne Wetter genutzt und sind raus in den Wald gegangen.

Das Anziehen hat wirklich ewig gedauert – aber es ist ihm gelungen alles selber anzuziehen und da war er schon sehr stolz. Ich auch, um ehrlich zu sein. Einerseits auf ihn und andererseits auf mich, weil ich geduldig gewartet habe, bis er fertig war.

Wir haben das große Glück nur ein paar Minuten marschieren zu müssen und dann sind wir schon mitten im Wald und dann ging es auch schon los. Er konnte laufen, hüpfen, ganz langsam gehen, stehen bleiben und Steine,Pflanzen und Schneckenhäuser entdecken.
Er hat festgestellt, dass die Blätter ganz toll rascheln und dass die Bäume die ganzen Blätter verloren haben.
Und irgendwo am Weg, als unsere Wangen schon ganz rot geworden waren, wir fünf schon viel gelacht und gescherzt haben, ist es mir dann wieder eingefallen:

Kinder brauchen Platz und Raum, um selbstständig zu werden. Wir müssen sie Dinge ausprobieren,
angreifen und runter fallen lassen. Nur dann können sie sich weiter entwickeln.

Gleichzeitig sind wir die Erwachsenen und entscheiden, welche Dinge zu gefährlich sind und welche wir unseren Kinder zu trauen.

Spoiler: mein Dreijähriger darf noch keinen Tee kochen, er darf allerdings ein Buttermesser verwenden und unter meiner Aufsicht Kerzen anzünden.

Und deshalb ist mein Vorsatz für die kommende Zeit:

Wir machen uns 10 Minuten eher fertig in der Früh, damit mein Sohn genug Zeit hat, seine Jacke selbst anzuziehen und seine Finger in die Fingerhandschuhe zu sortieren.
Ich kann währenddessen ja auch eine zweite Tasse Kaffee trinken. Und er hat mehr Raum und Zeit um selbstständig zu werden.

Such dir doch auch eine einzige Situation aus, die wirklich immer wieder stressig ist und leicht zu Streit führt. Wie kannst du diese konkrete Situation entspannen?

Und pssst: Das funktioniert auch mit größeren Kindern und sogar mit Erwachsenen. wink

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Hallo, ich bin Julia, Expertin für achtsame Kommunikation in der Familie und einem bedürfnisorientierten Alltag voller Gelassenheit.

Als Mama von drei Kindern und mit der Erfahrung aus über 8 Jahren Elternbildungsarbeit liegen mir Familien mit Kindern und ihre Bedürfnisse besonders am Herzen. Kommunikation und die Macht der Sprache faszinieren mich und begleiten meinen beruflichen Alltag als Mediatorin. viele Mediationstechniken sind im Familienalltag besonders hilfreich und deswegen bin ich heute hier: ich will dich an meinem Wissen und meiner Erfahrung teil haben lassen.

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